Mitarbeiterbeteiligung

Erfolgreich durch Mitarbeiterbeteiligung? – Teil 1: „Die Motivation“

Für viele Unternehmen stellt es heute die größte Herausforderung dar gute Mitarbeiter zu finden und dauerhaft an das Unternehmen zu binden.

In einer offenen (Unternehmens-)Kultur erlebe ich daher zunehmend die Frage:

„Kann ich meine Mitarbeiter, als Treiber des Erfolgs, nicht an meinen Unternehmen beteiligen? Im besten Fall den Mitarbeiter damit sogar zum Unternehmer machen? Steigert die Mitarbeiterbeteiligung gar den Unternehmenswert?

Welche Möglichkeiten der Mitarbeiterteilhabe und insbesondere -beteiligung gibt es also und wie könnte ein solcher Ansatz für ihr Unternehmen aussehen?

Ich beleuchte in dieser Serie die Motivation, die Analyse vor der eigentlichen Entscheidung und die Umsetzungsmöglichkeiten, Mitarbeiter direkt oder indirekt am Unternehmenserfolg zu beteiligen.

Ein Leitfaden für Unternehmer, insbesondere in der Rechtsform der GmbH.

Die Motivation – den Mitarbeiter zum Unternehmer machen ?!

Schon heute gilt in Unternehmen, denen ich begegne der Grundsatz:

„Geht es dem Unternehmen gut, so soll es auch dem Mitarbeiter gut gehen“.

In vielen Unternehmen winkt am Jahresanfang eine erfolgsabhängige Bonuszahlungen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Doch Unternehmer fragen sich zunehmend, ob das auch der richtige Ansatz ist? Vielen kommen Zweifel, ob diese rein monetäre Vergütung die Unternehmensziele unterstützt und auch langfristig wirkt?

Was z.B. wenn die „regelmäßige“ Zahlung in schlechten Zeiten kleiner oder gar ganz ausfällt? Wird das zu Unmut führen und vielleicht dazu, dass Mitarbeiter das Unternehmen verlassen?

Kein Wunder also, dass sich umsichtige Unternehmer nach Alternativen umsehen und sich die Frage stellen, ob eine direkte Beteiligung der Mitarbeiter sinnvoll sein kann.

Gibt es also eine bessere Lösung? Wie verhält es sich mit der Mitarbeiterbeteiligung?

Leider gibt es hierzu in Deutschland noch wenige wissenschaftlich fundierte Studien. Schaut man aber in die USA, wo die Beteiligungskultur einen anderen Stellenwert hat, so kann man durchaus gute Gründe für eine Stakeholder-Beteiligung finden.

Ein schönes Beispiel für eine andere Art von Stakeholder-Beteiligung lieferte die T-Mobile USA.

Im Jahr 2016 entschied sich der amerikanische Ableger der Deutschen Telekom zu einen, in meinen Augen, geschickten Schachzug. Jeder Kunde mit monatlichen Mobilfunk-Vertrag erhielt eine Aktie des Mobilfunkdienstleister, als „Loyalitätsbonus“.

Die Aktie hatte zu diesen Zeitpunkt einen Wert von 43 USD, also in etwa dem Wert einer durchschnittlichen monatlichen Mobilfunkrechnung (siehe hierzu auch Handelsblatt vom 7.6.2016).

Was war hier geschehen?

Der Kunde wurde nicht nur „beschenkt“ mit einer Beteiligung an seinen Dienstleister. Er wurde vielmehr „direkt“ Beteiligter und somit auch am zukünftigen Erfolg von T-Mobile USA.

Wird man als Beteiligter („Aktionär“) seinen Mobilfunkvertrag wechseln, nur weil das Konkurrenzangebot  günstiger ist?

Leider gibt es keine wissenschaftliche Studie zum Erfolg dieser Maßnahme, was aber nachprüfbar ist, ist der wirtschaftliche Erfolg der T-Mobile USA in den darauffolgenden Jahren.

Im Jahr der Maßnahme 2016 betrug der Umsatz von T-Mobile USA 37,2 MRD USD bei 71,5 Mio Kunden, im Jahr 2019 bereits 45 MRD USD mit 86 Mio Kunden. Der Aktienkurs hatte sich zum Oktober 2020 auf 117 USD fast verdreifacht, also eine Steigerung von 172%.

In meinen Augen hatte diese Aktion – die Kunden am Unternehmen zu beteiligen – einen nicht zu unterschätzenden Anteil an diesem Erfolg.

Von einem Tag auf den anderen ist T-Mobile USA nicht mehr nur ein x-beliebiger Mobilfunkanbieter, den ich wechsel, sobald es ein günstigeres Konkurrenzangebot gibt. Ich halte ihn vielmehr die Treue und hoffe auch zukünftig vom Erfolg zu profitieren.

Mich hat dieser Ansatz damals sehr ins Nachdenken gebracht, denn was für Kunden funktioniert, dass muss doch für Mitarbeiter umso mehr gelten? Schließlich „investiert“ ein Mitarbeiter ein Großteil seiner Lebenszeit im Unternehmen.

Steigert die Mitarbeiterbeteiligung den Unternehmenswert?

Steigert die Mitarbeiterbeteiligung also den Unternehmenswert, so wie im Beispiel T-Mobile USA in Bezug auf Kunden geschehen?

Zu einem solchen Fazit kommt zumindest Alex Edmans, Professor für Finance an der London Business School in seinem Buch:

„Grow the Pie – How great companies deliver both purpose and profit”.

In einem Kapital untersucht er die Wirkungsweise von Gehaltsanreizen und kommt zu dem Schluss, dass eine Unternehmenswertsteigerung dann mit Gehaltsanreizen korreliert, wenn diese

  • nachvollziehbar
  • einfach
  • und langfristig

sind.

All das trifft auf eine Unternehmensbeteiligung zu. Neben dem Management und Führungskräften empfiehlt auch er aus seinen Studien:

„Fairness can be addressed by giving stock to all colleagues, not just executives, allowing them to share in any value increase that they help create.”

Ich bin ebenso davon überzeugt: Mitarbeiter werden durch Beteiligungsansätze motiviert und an das Unternehmen gebunden.

Beispiele zu Unternehmensbeteiligungsmodellen

Einige Beispiele zu Unternehmen und Unternehmern, die Erfahrungen mit der Mitarbeiterbeteiligung gemacht haben, finden Sie in öffentlichen Broschüren, wie

Trotz dieser Bestrebungen der Politik, gibt es in Deutschland jedoch noch keine generelle Mitarbeiterbeteiligungskultur und – teilhabe, so dass es kein Schema x gibt, dem man folgen kann.

Auf Grund dessen, steht für jedes Unternehmen zuerst die Analyse der eigenen Situation an.

So wie ich denken zunehmend auch andere Unternehmenslenker und machen sich schon früh Gedanken, wie sie Ihre Mitarbeiter am besten am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beteiligen können.

Mein Ziel ist es daher einen kurzen Überblick über die Möglichkeiten und insbesondere die Schritte vor der Umsetzung zu geben.

Teil 2 dieser Serie beschäftigt sich daher mit der  Vorab-Analyse beschäftigen, die jeder Unternehmenslenker machen muss, bevor er den für sich richtigen Weg einschlagen kann.

Während Teil 3 ganz konkrete Modelle vorstellt.

Sie wollen sich ganz unverbindlich über die Möglichkeiten der Mitarbeiterbeteiligung austauschen?

Vereinbaren Sie gerne einen Termin mit uns.