Umsatzsteuersenkung Wartungsvertrag

„Liebling, ich habe die Umsatzsteuer geschrumpft“ oder wie umgehen mit SaaS, Support und Wartungsverträgen?

Schnell beschlossen, schnell umzusetzen. Schon am 1.7.2020 stellen sich viele Unternehmen die Frage, wie umgehen mit der Konjunkturmaßnahme „temporäre Umsatzsteuersenkung“?

Es gibt bereits viele Veranstaltungen und Veröffentlichungen zu dem Thema, die sich den Entwurf vom 12. bzw. 23.6.20 zum künftigen BMF-Schreiben vornehmen, das hoffentlich bald auch in einer endgültigen Version vorliegen wird.

Ich habe mir mal ein Spezialthema aus der betrieblichen Praxis von IT-Unternehmen herausgepickt.

Wie umgehen mit Support-, Wartungs- und SaaS-Verträgen, die schon für das gesamte Jahr abgerechnet wurden?

In Software und IT-Unternehmen schlagen die Buchhalterinnen und Buchhalter die Hände über den Kopf, denn wie umgehen mit Rechnungen für Support, Wartung oder Software-as-a-Service(SaaS) Leistungen, die schon zu Beginn des Jahres in Rechnung gestellt und größtenteils vereinnahmt wurden? Wie kann man den Aufwand geringhalten?

Schauen wir uns das einmal an:

Wichtig ist zu verinnerlichen, es gilt der Grundsatz:

  • Entscheidend ist das Leistungsdatum
  • Nicht das Rechnungsdatum

Mit diesem Grundsatz wird schnell klar, dass alle

ab den 1.7.2020 nur noch mit 16% Umsatzsteuer belastet sein dürfen. Der Entwurf sieht an dieser Stelle (bislang) leider keine Erleichterung vor.

Praxishinweis:

Das bedeutet insbesondere für Ihre Kunden, dass Sie für die Monate Juli bis Dezember nur 16% Vorsteuer, statt 19% geltend machen können. Auch wenn die Rechnung schon im Januar oder Februar beglichen wurde und in diesen Monaten auch die Vorsteuer gezogen wurde.

In der Praxis werde ich daher nicht drum herum kommen eine Rechnungskorrektur durchzuführen. Da die Leistungen jedoch bereits oft vor den 1.7.2020 in Rechnung gestellt wurde und somit als Vorsteuer abgezogen wurde, reicht eine Korrektur bis Ende des Jahres aus.

In der Buchhaltung kann man diese Korrekturen also peu-à-peu abarbeiten.

Der praktikabelste Weg wird hierbei vermutlich die Erstellung einer Gutschrift über das Gesamtjahr sein, mit anschließender Erstellung zwei neuer Rechnungen:

  • Leistungszeitraum 1.1. – 30.06.2020
  • Leistungszeitraum 1.7. – 31.12.2020

Fazit

Es bleibt abzuwarten, ob es ggf. doch noch zu einer Vereinfachungsregel im endgültigen BMF-Schreiben kommt. Dieses sollte man daher unbedingt abwarten, bevor man in „Aktionismus“ verfällt. Sollte der Stand so wie im Entwurf bleiben, hat man 6 Monate Zeit die entsprechenden Korrekturen zu machen. Zeit die eh benötigt wird, um die IT entsprechend auf den neuen Umsatzsteuersatz anzupassen.

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